Alles ein Song? 2018-03-24T15:18:31+00:00

Alles  e i n  Song?

Einem Zuhörer im Publikum, der Richtung Bühne rief: „It sounds all the same“, antwortete Neil Young einst lapidar: „Its all one song“. Dieser Satz gelte für ihn irgendwie auch, was die Lyrics seiner Songs betrifft. Das sagt Reinhard Vinzenz Gampe, wenn man ihn danach fragt, woher er die Texte nimmt:

„Ich habe die Welt um mich, die Menschen die ich traf, das Auf und Ab im Beruf und im Privaten immer als Geschichten in Songs verarbeitet. Das macht die Zeilen oft sehr speziell und hat manche Nachfrage zur Folge. Wer aber etwas tiefer in die Geschichten eintaucht, dem erschliesst sich sehr leicht der Kosmos, der alles umspannt. Nicht riesig, aber groß genug, um alles zu sagen, was es zu sagen gibt. Und vielleicht gelingt mir eines Tages dieser eine Song, der sämtliche anderen in sich summiert. Das wäre dann m e i n Meisterstück …“
Evert van der Wal ist der Mann, der die Musik zu den Texten prägt, wenn man so will der musikalische Direktor des „Projekts Gampe“. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft, und vor 10 Jahren haben beide begonnen, in ihrem Deep West Studio aufzunehmen. Da van der Wal die Entwicklung des Recordings als Studiomusiker von den Anfängen bis heute hautnah erlebt hat, treffen hier zwei ganz unterschiedliche Akteure zusammen, die gemeinsam inzwischen einen langen Weg zurückgelegt haben.

Gampe über die Anfänge: „Evert sagte zu mir: ,Es beginnt jetzt eine Reise, auf der ich dich vielleicht begleiten kann. Du bist in deinem Gitarrenspiel zwar limitiert, wirst bestimmt kein Duane Allman mehr in diesem Leben. Aber du hast eine besondere Art, unperfekt zu spielen und zu singen. Das macht es interessant…‘ “

Was für ein Song? – Die Stilfrage

Was spielt ihr denn für Musik?“ – Diese Frage wird oft gestellt und Gampe viel es immer nicht leicht, das kurz und knapp zu  beantworten. Wie man seine Musik am besten beschreiben? Da singt einer auf Bayerisch über das Leben, die Liebe und die Arbeit, darüber was ihm in den Jahren als Student, Lastwagenfahrer, später als Grafiker, heute als Musiker und immer noch Trucker alles so passiert, was er oft auch erleidet. Einer aus dem Volk, wie man sagen würde. Aber macht er dann Volksmusik? Ja, irgendwie schon. Aber da ist der Sound. Das hat weniger mit dem zu tun, was man hierzulande als moderne Volksmusik bezeichnen würde, die Gampe sehr schätzt, wie er sagt. Sich auf die Traditionals beziehen, zitieren und sie im Hier neu entdecken und interpretieren.
„Das gibt es hier ja und es hat gestandene Musiker, die das verkörpern“, so der Sänger.
Wenn man ihn und seine Band spielen hört, fällt einem aber sofort auf: Die musikalischen Traditionals, auf die Gampe sich bezieht, kommen nicht aus der der Oberpfalz oder dem Isartal. Gampes Musik klingt eher nach Working Songs, Südstaaten-Bluesclub und Truckstation auf dem Highway. Nach Slidegitarre, Walking Bass und Southern Groove. Letztlich auch Musik aus dem Volk.
Gampe nennt es   A M E R I C A N A  A U S  B A Y E R N.